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Ab ins Stadion?

  • Autorenbild: Paul Wechselberger
    Paul Wechselberger
  • vor 5 Tagen
  • 11 Min. Lesezeit

Wenn ihr fleißige Blogleser seid, wisst ihr vielleicht, dass ich den Traum habe, in Barcelona auf ein Fußballspiel zu gehen. Man könne meinen, dass ich diesen Wunsch habe, seit ich Barca-Fan bin, doch dem ist nicht so: Erst in den letzten paar Jahren ist bei mir das Interesse entstanden, ein Fußballspiel in einem Stadion anzusehen. Zuvor hatte ich jahrelang eine Sichtweise, die nicht nur für Fußballfans allgemein, sondern auch für mein heutiges Ich nicht komplett nachvollziehbar ist. Zu sagen, dass mir Stadionbesuche nicht wichtig waren, wäre noch untertrieben, denn ich hatte sogar konkrete Gründe dagegen. Manchmal regte es mich innerlich auf, dass manche Leute, wenn sie von meiner Fußballleidenschaft erfuhren, automatisch davon ausgingen, ich würde bestimmt gerne mal in ein Stadion gehen.

 

Immerhin dreimal in meinem Leben war ich bisher in einem Fußballstadion, allerdings nicht als freiwilliges Freizeitvergnügen, sondern im Rahmen von schulischen Aktivitäten. Nur bei einer dieser drei Gelegenheiten schauten wir auch ein Spiel an. Es war im März 2015 im Stadion von Schwarz-Weiß Bregenz bei einem U-18-Spiel zwischen Österreich und Finnland. Nicht gerade ein Spiel, das ich mir im Fernsehen ansehen würde. Einen Monat später besichtigten beide Klassen unserer Schulstufe das Stadion des SCR Altach, gemeinsam mit einem altacher Spieler, der auch ein ehemaliger Schüler der Mehrerau war. Meine bislang letzte Begegnung mit einem Fußballstadion war im Vergleich dazu deutlich eindrücklicher. Es war im Juni 2019 auf der Klassenfahrt in Berlin, wo wir unter anderem eine Führung im Olympiastadion bekamen. Es war schon etwas Besonderes, diesen Ort zu besuchen, noch dazu, weil es sich um das Stadion handelte, in dem der FC Barcelona vier Jahre zuvor die Champions League gewonnen hatte. Diese durchaus spannende Stadionführung änderte aber nichts an meiner Grundeinstellung.

 

Doch woher kam diese Abneigung gegen Stadien? Ich versuche, es so gut wie möglich zu erklären: Wenn man eine Fußballübertragung ansieht, werden ständig lauter Kameraperspektiven und Wiederholungen gezeigt. Man verpasst nichts, hat den Überblick und sieht überall hin, da die Kameras immer auf „Ballhöhe“ sind, wodurch man dem Geschehen stets mühelos folgen kann. Von einem Sitzplatz im Stadion aus wäre es vielleicht schwieriger, den Überblick zu behalten, vor allem bei den Aktionen, die auf einem Bereich des Spielfeldes stattfinden, der sehr weit vom Tribünenplatz entfernt ist. Dazu kommt, dass ich ein introvertierter Mensch bin, der die Ruhe schätzt und diese gerne auch beim Fußballschauen hat. Den Ton aus der Übertragung fand ich zwar ganz nett, um ein wenig von der Fanstimmung mitzubekommen, aber den Lärm von zehntausenden Menschen mochte ich mir nicht unbedingt vor Ort antun.

 

Auf Fußballspiele in meiner Nähe wollte ich sowieso nicht gehen, denn ich interessiere mich eher für die Topliegen und kaum für Altachs Spiele in der Österreichischen Bundesliga. Das vorher erwähnte Stadion von Schwarz-Weiß Bregenz ist zwar so nahe bei uns, dass ich es von meinem Zimmer aus sehen kann, doch für deren Zweit- oder Drittligaspiele hatte ich nie Interesse. Für ein Spiel, das mich prinzipiell interessiert hätte, wäre eine lange Fahrt notwendig gewesen, was großer Planung bedurft hätte. Hin und wieder wurde mir auch ein Besuch der Allianz-Arena in München nahegelegt, doch das reizte mich ebenfalls nicht, denn ich bin absolut kein Bayern-Fan.

 

Teilweise hatte ich auch das Gegenargument, dass es ärgerlich wäre, extra auf ein Spiel der Lieblingsmannschaft zu gehen, wenn diese dann womöglich verliert. Ich glaubte fast irgendwie, dass der ganze Aufwand dann um sonst wäre. Und so stand für mich jahrelang fest: Fußball schaue ich gemütlich von zu Hause aus, das laute Stadion ist nichts für mich! Leute, die mich ermutigten, auf ein Spiel zu gehen, konnten daran nichts ändern. Der Wandel musste aus mir selbst heraus erfolgen.

 

Und irgendwann - vor etwa drei oder vier Jahren – vollzog sich langsam ein Wandel! Ich hatte die Lust entwickelt, gelegentlich für ein bestimmtes Ereignis, für das sich viele Menschen zusammen auf Tribünen begeben, aus dem Alltag auszubrechen, auf der Suche nach einem besonderen Erlebnis. Bis vor vier Jahren hatte ich nie den Drang, extra für den Besuch eines Konzerts oder Fußballspiels eine Reise auf mich zu nehmen.

 

Es wäre falsch, zu behaupten, dass ich früher überhaupt nicht unternehmungslustig gewesen wäre und nichts Aufregendes hätte erleben wollen. Die Wohnung zu verlassen, um rausgehen, essen zu gehen und auch mal wegzufahren und zu reisen, also Neues zu erleben, gefiel mir schon immer. Der Unterschiede: Früher gab es einfach viel mehr Gelegenheiten dazu: Am Wochenende und in den Ferien gingen wir oft essen und mehrmals im Jahr waren wir auf Familienurlaub. Viel mehr brauchte ich gar nicht, weil ich für mein Empfinden oft genug nach draußen kam.

 

Zu Hause hielt ich es auch immer sehr gut aus. Da ich bis März 2020 – also bis Pandemiebeginn - noch ganz normal in der Schule am Unterricht teilnahm, musste ich täglich früh raus und war oft bis nachmittags in der Schule. Nach einem langen Schultag oder einer anstrengenden Schulwoche war ich oft einfach froh, nach Hause zu kommen, auszuruhen und tun zu können, was ich wollte. Und was tat ich zu Hause besonders gerne? Gemütlich Fußball anschauen. Unter der Woche oft abends, am Wochenende auch untertags. So fühlte es sich genau richtig an. So war ich es gewohnt. Die Welt des Fußballs war für mich etwas, das man von zu Hause aus am besten genießen konnte. Im Fußball sah ich weniger eine gesellige, soziale Aktivität, sondern mehr einen Rückzugs- oder Zufluchtsort für mich allein. Ich hatte kein Verlangen danach, in ein Stadion zu gehen und wollte stattdessen an Wochenenden viele Spiele von zu Hause aus ansehen. Wenn ich zu einem Spiel gereist wäre, hätte ich während der Fahrt andere Spiele „verpasst“. Dieses Argument nutzte ich tatsächlich manchmal, um zum Ausdruck zu bringen, dass sich ein Stadionbesuch aus meiner Sicht nicht lohne. Im Sommer 2017 blieb ich sogar manchmal zu Hause, wenn der Rest der Familie etwas essen ging, da es mir derart wichtig war, bloß kein Spiel zu verpassen! Es reichte mir offenbar nicht, später eine kurze Spielzusammenfassung zu sehen.

 

Ich konnte mir sagen: „Nach draußen oder für ein paar Tage woanders hin komme ich auch so, dafür brauche ich kein Fußballspiel im Stadion.“ Aber mit der Zeit wurden „Ausgänge“ eben seltener. Urlaubsfahrten gab es immer weniger und bald so gut wie gar nicht mehr. Die Situation veränderte sich langsam und unscheinbar, aber manchmal gab es dann Momente, in denen ich plötzlich realisierte, wie sich die Dinge im Verlauf der ein, zwei vergangenen Jahre verändert hatten. Seit der Pandemie bin ich fast die ganze Zeit zu Hause. Die Pandemie selbst brach zwar nicht gerade langsam aus, aber dass ich von dort weg bis heute so viel zu Hause sein würde, realisierte ich nicht sofort. Als der erste Corona-Lock-Down begonnen hatte, wusste niemand, wie lang diese Pandemie andauern würde. Ich dachte mir Mitte März 2020 also nicht: „Alles klar, dann werde ich von jetzt an jahrelang noch sehr viel mehr zu Hause sein als bisher!“ Erst mit der Zeit folgte diese Erkenntnis: Die Pandemie zog sich, sodass ich die gesamten letzten eineinhalb Jahre meiner Gymnasialzeit im Distance-Learning verblieb. Parallel dazu veränderte sich noch etwas: Urlaube mit der ganzen Familie entwickelten sich zu einem immer schwierigeren Unterfangen, bis sie gar nicht mehr möglich waren. Oder zumindest wären sie logistisch so aufwändig, dass es in keinem vernünftigen Verhältnis mehr stünde.

 

Auch die Zeit, die mein Bruder und ich mit Assistenzpersonen zu Hause verbrachten, erhöhte sich Stück für Stück. Als ich im Herbst 2021 ein Fernstudium begann, durchlebte ich ungefähr zeitgleich eine Phase der deprimierenden Realisationen: Ich war sehr viel zu Hause, wo jetzt sehr viele Stunden Assistenzpersonen bei uns waren. Urlaubsreisen würde es nicht mehr geben. Das war nur ein Teil dessen, was mir negativ aufstieß. Meine Gedanken lassen sich etwas allgemeiner gefasst folgendermaßen zusammenfassen: Die Zeit vergeht. Dinge und Umstände verändern sich. Das Fortschreiten meiner Erkrankung bleibt nicht stehen und man kann nie wissen, was wie lange noch möglich sein wird.

 

Besonders in der kalten Jahreszeit schaffte ich es nurmehr selten nach draußen. In meinem Alltag zu Hause war fast jeder Tag gefühlt derselbe. Natürlich hatte ich auch zu Hause mit Studium und Hobbys, wie Fußball- und YouTube-Schauen, Schreiben oder Fifa spielen, genug Beschäftigungsmöglichkeiten, sodass mir nicht drohte, langweilig zu werden, aber hin und wieder hätte ich mir mehr Action gewünscht, und dass ich mal etwas Neues sehen und erleben darf. Immerhin konnte ich dank des Internets auch auf Neues stoßen und in faszinierende Welten eintauchen, ohne die Wohnung zu verlassen. Dabei denke ich vor allem an die Musik von Bon Iver, die ich ab Ende 2021 immer mehr für mich entdeckte. Am gesamten Jahr 2021, das ich ansonsten als eher mäßig empfand, war die Entdeckung dieser Musik wohl das Beste, denn sie sollte der Schlüssel zu etwas Ungeahntem werden.

 

Wie das zu verstehen ist? Wenn ich wirklich hinaus und für ein paar Tage wohin wollte, musste es von mir ausgehen. Familienurlaube würde es zwar nicht mehr geben, aber das musste nicht bedeuten, dass es keine Möglichkeit für mich gab, zu verreisen oder etwas zu unternehmen. Ich brauchte lediglich einen triftigen Grund oder eine besondere Motivation, denn ohne konkretes Ziel vor Augen kann man sich schlechter zu Großem aufraffen und tut sich den Aufwand eher nicht an. Durch einen klaren Anlass hätte ich ein besseres Argument, um die Unterstützung meiner Eltern zu bekommen.

 

Im Sommer 2022 war ein derartiger Anlass gekommen, denn ich hatte ziemlich plötzlich den sehnlichen Wunsch, ein Konzert von Bon Iver zu besuchen! Ich war fest entschlossen und hatte auf einmal genaue Ideen, wie es funktionieren könnte. Tatsächlich saß ich am 30. Oktober 2022 mit meinem Vater im Zug Richtung Berlin, wo am Tag danach das Konzert stattfand. Diese insgesamt viertägige Unternehmung gab mir eine neue Sicht darauf, was alles möglich gemacht werden kann. Ich erkannte: Zugreisen sind gut möglich. Solche Reisen sind zwar auch sehr aufwändig und daher ein seltenes Vergnügen, doch mit dem Wissen, dass es immer noch möglich ist, fühlt sich auch das mitunter monotone Alltagsleben zu Hause weniger einengend an. Ich habe nämlich die Aussicht darauf, aus diesem Alltag gelegentlich auszubrechen. Dass es nur selten ist, schmälert das Gefühl nicht, denn dafür trage ich vor einem Ereignis mitunter mehrere Monate lang die Vorfreude in mir.

 

In den zwei Woche nach dem Konzert war ich etwas nachdenklich: Dieses für mich riesiges Ziel, auf das ich so viel Vorfreude gehabt hatte, lag jetzt plötzlich schon hinter mir. Ich spürte eine Art Leere, da ich kein Ziel hatte, auf das ich mich freuen konnte. Ein neues Ziel musste her! Ich schaute auf Google-Earth, wo in Europa ich in meinem Leben vielleicht noch hinmöchte. Da Flugreisen in meinem Fall keine Option sind, gab ich in Google verschiedene Zugstrecken ein, um zu sehen, wie lang Fahrten zu bestimmten Orten dauern würden. Nur so aus Neugier erkundigte ich mich auch über die Strecke Bregenz - Barcelona. Ich hatte zwar nicht plötzlich den unbändigen Drang, dort ein Fußballspiel anzusehen, dachte mir aber: „Du warst auf einem lauten Konzert mit vielen Menschen und hast es ausgehalten. Warum gehst du nicht zumindest einmal in deinem Leben auf ein Heimspiel des FC Barcelona im Camp Nou?“ Die angegebenen Fahrtdauern variierten zwischen zwölf und 17 Stunden und enthielten mehrere Umstiege. Wahrlich kein Spaziergang, aber sicher irgendwie machbar…

 

Kurz darauf erfuhr ich, dass in einem halben Jahr wieder ein Bon-Iver-Konzert in Aussicht stand. Diesmal sogar noch deutlich näher bei uns: in Zürich. Ich hatte also wieder etwas, worauf ich mich freuen konnte und die Gedanken an ein Fußballspiel verstummten. Da die Lautstärke beim ersten Konzert etwas herausfordernd für meine Ohren gewesen war, versuchte ich es in Zürich mit Ohrenstöpseln. Diese brachten den gewünschten Effekt, ohne den Klang der Musik negativ zu verfälschen. Seitdem weiß ich, dass ich an lauten Orten auf Ohrenstöpsel zurückgreifen kann, was auch fürs Stadion wichtig werden könnte.

 

Da ich anschließend länger kein Konzert mehr in Aussicht hatte, kam mir die Idee, mich mit meinem Vater für Tickets für die Fußball-EM 2024 in Deutschland zu bewerben. Allerdings war der Andrang so groß, dass wir in beiden Bewerbungsphasen nicht ausgelost wurden. Ein Stadionbesuch musste also weiter warten. Irgendwann später kamen in mir erneut Gedanken bezüglich einer Reise nach Barcelona auf, doch ihr reguläres Heimstadion wurde gerade Umbauarbeiten unterzogen und der Klub trug seine Heimspiele in einem anderen Stadion aus. Wenn ich schon nach Barcelona reise, muss das Spiel auch im ehrwürdigen Camp Nou stattfinden. Ich musste mich also noch ein Jährchen gedulden.

 

In der Zwischenzeit wollte ich es mit einem Auswärtsspiel versuchen. Hierbei dachte ich an den Fall, wenn Barcelona in der Champions League auswärts beispielsweise gegen eine deutsche Mannschaft spielen würde. Somit wäre die Fahrt deutlich kürzer, als wenn wir nach Barcelona müssten. Allerdings schien es etwas kompliziert, an Karten zu kommen, weshalb ich die Idee schnell wieder verwarf. Dafür bewarben mein Vater und ich uns im April vor einem Jahr um Karten für das Champions-League-Finale 2025 in München. Die Menge der Mitbewerber war wieder sehr hoch, da es sich um ein Großereignis handelte. Wenig überraschend bekamen wir die Karten nicht, was mir angesichts des Frusts darüber, dass Barca es ganz knapp nicht ins Finale schaffte, letztendlich recht war. Es hätte sich deprimierend angefühlt, im Stadion zu sitzen und zu wissen, dass meine Lieblingsmannschaft auf dem Rasen hätte stehen können, es aber um ein Haar nicht geschafft hat.

 

Jetzt weiß ich ganz genau, was ich will: Ein Fußballspiel des FC Barcelona in Barcelona im Camp Nou ansehen! Alles andere interessiert mich momentan nicht. Ich habe dieses klare Ziel vor Augen und möchte es mit aller Macht erreichen. Im November 2025 ist der Klub ins Camp Nou zurückgekehrt, ein Jahr später als ursprünglich geplant. Alle 14 Heimspiele, die das Team seitdem dort bestritten hat, wurden auch gewonnen! Mit einem Gesamtergebnis von 49:9 Toren. Das Spielergebnis wäre bei einer Reise nach Barcelona für mich allerdings nebensächlich. Es geht einfach um das besondere Erlebnis. Für dieses eine Spiel würde ich einfach die 90 Minuten genießen, egal, wie es verläuft und welches Ergebnis beim Schlusspfiff auf der Anzeigetafel stehen wird. Diese entspannte Haltung musste ich mir auch erstmal aneignen. Bis vor ein paar Jahren wäre mir das weniger gut gelungen. Von Misserfolgen konnte ich mich und meine Gedanken kaum abkapseln. Ich hätte mich über jede Kleinigkeit ewig ärgern und in den Tagen danach immer wieder daran denken können, besonders, wenn Barcelona eine schlechte bis blamable Leistung gezeigt hatte oder trotz guter Leistung als Verlierer vom Platz gegangen war. Meine Probleme in diesem Bereich hatte zwei Gründe:

 

Erstens war und ist mir der Erfolg der Mannschaft sehr wichtig. Als zweiter Grund kam dazu, dass ich den FC Barcelona in den ersten sechs oder sieben Fanjahren als die beste Mannschaft der Welt sah. In den ersten paar Jahr war diese Sichtweise durchaus vertretbar, danach redete ich es mir eher ein. Wenn dann schlechte Resultate auftraten oder die Titel ausblieben, stimmte die Realität nicht mit dem Bild überein, das ich vom vermeintlich besten Klub der Welt hatte oder zumindest haben wollte. Ich wollte es nicht wahrhaben, dass das Team nicht mehr so gut war wie früher und hoffte jede Saison aufs Neue: „Aber diesmal gewinnen sie die Champions League!“

 

Spätestens im Sommer 2021, als der Verein derartige Geldnöte hatte, dass er Messi nicht mehr behalten konnte, setzte auch bei mir so langsam ein Realitätsbewusstsein ein: Dieser Klub hatte mit der Weltspitze im Moment nichts, aber auch gar nichts zu tun! Als loyaler Fan verfolgte ich weiterhin jedes Spiel. Zwischen den Spielen, die teilweise sehr ernüchternd ausfielen, dachte ich aber weniger darüber nach, um mich nicht so sehr ärgern zu müssen. Diese Zeit hatte also auch ihre guten Seiten, denn dort lernte ich, den Fußball nicht zu ernst zu nehmen, wenn es für meinen Lieblingsverein nicht rund läuft, denn es gibt immer noch Wichtigeres im Leben. Ich erkannte: Wenn der Fußball gerade wenig Grund zur Freude gibt, sollte man die Gedanken lieber ruhen lassen. Ich ignorierte das Schlechte also so gut es ging und hoffte mit vorsichtigem Optimismus darauf, dass es in nicht allzu ferner Zukunft wieder besser laufe. Und diese Zukunft ist jetzt! Dass es seit Sommer 2024 vor allem in der Offensive wieder ziemlich rosig aussieht, habe ich schon im ein oder anderen Text erwähnt.

 

Zum Abschluss möchte ich noch zusammenfassen, wie es für den FC Barcelona momentan aussieht: Vor kurzem spielte der Klub im Achtelfinale der Champions League gegen Newcastle United. Das Hinspiel auswärts war härter als gedacht. Mit dem 1:1 war Barca noch gut bedient. Die Entscheidung musste also im Rückspiel fallen: Vor heimischem Publikum fegte der FC Barcelona den Gegner mit 7:2 vom Platz! In der spanischen Liga sieht es momentan ebenfalls gut aus, denn Barcelona führt die Tabelle mit vier Punkten vor Real Madrid an.

 

Ins Finale der Copa del Rey hat es Barca diesmal leider nicht geschafft. Im Halbfinale setzte sich der Gegner Atletico Madrid nach Hin- und Rückspiel knapp durch, obwohl Barcelona das Rückspiel zu Hause 3:0 gewann. Es war nämlich nicht genug, um das katastrophale 0:4 aus dem ersten Spiel in Madrid auszugleichen.

 

Bald gibt es zwischen diesen beiden Mannschaften ein Wiedersehen. Oder eigentlich drei Wiedersehen, denn in der ersten Aprilhälfte finden drei Spielen gegen Atletico Madrid innerhalb von elf Tagen statt! Zuerst im Rahmen der spanischen Liga, danach im Viertelfinale der Champions League mit Hin- und Rückspiel. Es gibt also reichlich Gelegenheiten, um sich für die erwähnte Niederlage zu revanchieren! Diese Spiele gegen Atletico bilden den Auftakt der finalen, entscheidenden zwei Monate der Saison. Natürlich bin auch dieses Jahr wieder sehr heiß auf diese Phase! Ich werde die Spiele gebannt verfolgen und die Mannschaft im Geiste unterstützen. Aber ich unterstütze die Mannschaft seit über zehn Jahren ohnehin bei Jedem Spiel, egal, welche Saisonphase gerade ist. Werde ich ihr noch in diesem Jahr einmal vor Ort im Camp Nou die Daumen drücken können? Ich bin zuversichtlich! Und wann wird es so weit sein? Ich hoffe, dass es bald passieren wird. Vielleicht bin ich meinem Ziel schon näher als ihr glaubt…

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